Hallo, erleuchtete Zuschauer, und willkommen zu Die Welt der Tiere: unsere Mitbewohner. In der heutigen Sendung zeigen wir den ersten Teil unserer zweiteiligen Reihe über The Oasis Sanctuary in Benson, Arizona, USA.

Diese gemeinnützige Tierschutzzentrum, das 1997 von Sybil Erden gegründet wurde, bietet mehr als 700 geretteten exotischen Vögeln, u. a. Papageien, Kakadus Aras und anderen Vogelarten und auch Hunden, Truthähnen, Hühnern, Enten und Schwänen ein dauerhaftes stabiles und liebevolles Zuhause. Frau Erden beschreibt nun, wie sie zum ersten Mal an der Rettung unserer entzückenden gefiederten Freunde beteiligt war.

Ich war jemand, an die sich alle in der Nachbarschaft wandten, wenn sie Probleme mit ihrem Tier hatten. Ich rettete also Hunde und Katzen und arbeitete in einer Einrichtung für die Rehabilitation von Wildtieren. Anfang bis Mitte der 1990er Jahre hatte ich ein paar Liebesvögel. Das war alles.

Ich entschied jedoch, dass es dort draußen so viele Vögel gab, die ein zweites Zuhause brauchten, Vögel, die eingeschläfert wurden, weil sie nicht ganz perfekt waren. Und ich versuchte, etwas zu tun, um ihnen zu helfen. Zu dem Zeitpunkt hatte ich vielleicht 10 Vögel, denn die Leute riefen mich bereits an. Wenn man mehr als zwei Vögel hat, wird man plötzlich zum „Vogelmenschen“ in der Gegend. Und man erhält Anrufe von Leuten, die sagen: „Oh, mein Sohn, meine Tochter, meine Tante, mein Nachbar haben Vögel und sie wollen sie nicht behalten. Wenn wir Ihnen den Käfig schenken, würden Sie sie nehmen?“ Ich sagte: „Natürlich.” Eine ganze Zeitlang nahm ich also immer mehr Vögel auf.

Ende der 1990er Jahre hatte Frau Erden, eine Vegetarierin, viele, viele exotische Vögel aufgenommen und sorgte für sei bei sich zuhause in Phoenix, Arizona. Sie erkannte bald, dass sie einen viel größeren Ort brauchte, um ihre ständig wachsende Familie unterzubringen. Während sie ihre Optionen abwägte, geschah etwas Bemerkenswertes.

Wir erhielten einen Anruf von - ob Sie’s glauben oder nicht - Lottogewinnern, einem Paar. Ich bin Schriftstellerin, daher lasen die Leute meine Artikel in verschiedenen Zeitschriften. Und sie sagten: „Wir lesen regelmäßig Ihre Artikel in Sally Blanchards Zeitschrift und wir möchten helfen.” Sie halfen also, indem sie uns die Anzahlung für dieses Stück Land schenkten. Und sie gaben uns Geld für ungefähr zwei oder drei Jahre, damit war da erst einmal anfangen konnten. Wir haben hier 29 Hektar. So fingen wir also an. Und als wir umzogen, hatten wir fast 300 Vögel.

Sybil Erden sagt, dass The Oasis Sanctuary einzigartig ist, weil seine oberste Priorität ist, exotischen Vögeln mit „speziellen Bedürfnissen“ ein dauerhaftes Heim zu geben.

Die Vögel, die wir aus dem einen oder anderen Grund hier haben, konnten zu dem Zeitpunkt, als wir sie aufnehmen, nirgendwo anders hin, entweder weil sie aggressive Vögel sind, die eingeschläfert worden wären, wenn wir sie nicht genommen hätten, oder weil sie schrecklich zerrupft waren oder ihnen ein Flügel fehlt oder sie Ernährungsprobleme oder irgendwelche anderen besonderen Bedürfnisse haben. Es wäre schwieriger, sie unterzubringen. Oder die Vögel hatten vielleicht schon zu viele Zuhause. Ein Vogel, der bereits sechs oder sieben Zuhause hatte, bekommt eine so genannte „Pflegekind-Mentalität”. Man bekommt einen jungen Vogel, und er will einem vertrauen. Er hat den instinktiven Wunsch, zur Schar zu gehören. Und man wird zu seiner Schar. Daher vertraut er einem. Man behält ihn ein paar Jahre und dann will man ihn nicht mehr und gibt ihn jemand anderem. Er will einem noch immer trauen und daher vertraut er der nächsten Person. Und vielleicht steckt ihn die nächste Person in eine Ecke des Zimmers und ignoriert ihn. Dann fängt er an zu denken: „Vielleicht kann ich diesem Menschen nicht trauen.” Und dann kommt er in ein anderes Zuhause. Und das geht so weiter. Jedes Mal, wenn sie vertrauen, werden sie enttäuscht. Und dann werden sie aggressiv und sie werden selbstzerstörerisch.

Wenn sie wissen, dass diese schönen Vögel selten, feinfühlig und intelligent sind, warum geben die Leute sie dann auf?

Es gibt viele Gründe. Die Lebensumstände verändern sich. Sie müssen in eine kleinere Wohnung ziehen oder aus beruflichen Gründen das Land verlassen. Sie können die Vögel nicht mitnehmen. Krankheit ist ein wichtiger Grund. Ältere Paare mit chronischen Krankheiten können sich einfach nicht mehr um ihre Tiere kümmern. Es ist einfach so, dass das Leben für diese Leute einen anderen Kurs nimmt. Und wenn man daran denkt, dass ein Nymphensittich 35 Jahre alt wird, und was man selbst in 35 Jahren seines Lebens alles erlebt hat und welche Veränderungen man durchgemacht hat. Es kann schwierig sein für die Leute, die Tiere oder die Vögel so lange zu behalten.

Für Frau Erden ist das Leben jedes Vogel kostbar, auch das des winzigsten Vogels.

In den späten 1990er Jahren erfuhr ich von einer Zucht-Einrichtung in Kalifornien (USA), in der nichts anderes als kleine Sittiche gezüchtet wurden. Sie hatten dort 100.000 im Jahr. Und sie verkauften sie an Tierhandlungen für 2 USD oder so. Und es war gleichgültig, ob sie überlebten oder starben. Sie erhielten keine medizinische Versorgung, weil sie nur einen geringen finanziellen Wert hatten. Eines der Probleme unserer Gesellschaft ist, - meiner Meinung nach - wie wir die Dinge ansehen. Dieser Vogel ist wertvoller, weil es ein 5.000-USD-Vogel ist. Daher geben wir 1.000USD für die medizinische Versorgung dieses Vogels aus, weil er so teuer und so selten ist. Für den kleinen Wellensittich, den man geschenkt bekommt oder für 15 USD gekauft hat, für diesen Vogel gibt man keine tausend Dollar aus. Es ist aber das einzige Leben, das dieses Tier hat. Und wir sind so künstlich kosten- und preis- und wertorientiert, dass wir den wunderbaren kleinen Lebewesen nicht gerecht werden. Hier im Rettungszentrum ist es uns gleich, ob es ein Ara oder ein Wellensittich ist. Sie erhalten alle die beste Pflege, die wir ihnen geben können. Wir haben einen Tierarzt, der kommt und das Bein eines Wellensittichs so schnell richtet wie das eines Aras. Uns ist das egal. Es geht um das Leben dieses Tieres und darum, dass dieses Leben geschützt wird.

Afrikanische Graupapageien sind dafür bekannt, dass sie sehr klug sind. Sie sind fast überall im tropischen Afrika zu finden und lieben Obst, Samen und Nüsse. Es gibt viele Afrikanische Graupapageien, die glücklich im Schutzzentrum leben. Die Geschäftsführerin von Oasis, Janet Trumbule, sprach mit uns über diese Spezies.

 Große Afrikanische Graupapageien sind als die Vögel bekannt, die am besten sprechen. Alex, der Papagei starb 2009, ich glaube, mit 31 Jahren. Frau Dr. Pepperberg ist eine Wissenschaftlerin, die 31 Jahre mit Alex gearbeitet hat. Und sie zeigte, dass Afrikanische Graupapageien die kognitive Intelligenz eines drei- bis fünfjährigen Kindes haben. Alle diejenigen von uns, die sich zuhause um Afrikanische Graupapageien kümmern, verstehen das, denn man kann ihre Intelligenz an ihrem Verhalten sehen. Die Tatsache, dass sie tatsächlich so gut sprechen lernen, ist ziemlich fantastisch. Sie hat bewiesen, dass sie nicht nur nachahmen. Sie können Worte tatsächlich im Zusammenhang verwenden. Es ist also eine hocheffiziente, hochentwickelte, hochintelligente Spezies. Sie sind sehr intelligent, sie sind sehr ichbewusst.

Sie haben eine komplizierte Sprache, sowohl was die Körpersprache als auch die Lautsprache angeht. Und sie können unsere Sprache lernen, während wir die ihre nicht lernen können. Was ich sonst noch über Papageien gelernt habe, ist dass sie im Infrarot und im Ultraviolett-Bereich und in der vollen Farbskala, die wir wahrnehmen, sehen können.

Viele Vögel haben tiefe, liebevolle Beziehungen zum Partner, den sie wählen, und bleiben ihm ihr Leben lang treu. Phillipe, der Ara, ist ein solcher Vogel.

Phillipe ist einer der ältesten Vögel hier. Ich meine, wir haben eine Amazone (Papagei), ich weiß, dass sie in den Siebzigern ist. Aber Phillipe ist auch mindestens in den Siebzigern. Ich habe im Internet einen Herrn kennengelernt, der für einen Züchter in Florida (USA) arbeitete. Phillipe und Priscilla waren zwei der ersten Vögel dieses Züchters, der Tausende von Zuchtvögeln aller Art hatte, ich meine wirklich exotische Vögel. Und sie wurden zu alt fürs Züchten. Sie war wahrscheinlich etwa 60 und Phillipe war in den 50ern. Es war ein großer Altersunterschied, aber er wollte sie nicht einschläfern. Normalerweise schläferte er die Vögel ein, wenn sie ihm nicht mehr nützlich waren. Aber weil es seine ersten Vögel waren, wollte er sie irgendwo unterbringen. Und sein Angestellter überredete ihn, sie zu uns zu schicken. Und Priscilla hatte Katarakte, hatte Arthritis. Sie konnte nicht einmal mehr ihre Flügel spreizen. Ihre Füße waren ganz verkrümmt. Sie war eine kleine alte Dame, als wir sie bekamen. Ihr Schnabel war ganz verwachsen. Wir mussten ihren Schnabel kürzen. Und Phillipe war noch immer viel jünger, aber weil sie ihre Nahrung nicht mehr mit dem Fuß aufheben konnte, tat er es auch nicht. Er wollte sie nicht in Verlegenheit bringen. Sie konnte keine Nüsse mehr knacken, also knackte auch er keine Nüsse. Und jedesmal, wenn jemand in die Nähe des Käfigs kam, legte er seine Flügel um sie herum. Und sie waren 25 Jahre zusammen gewesen. Wir müssen von den Aras viel lernen, was die Fürsorge für unsere Ehepartner angeht. Sie waren das unglaublichste Paar. Priscilla starb im Frühjahr 2001 und er trauerte und trauerte. Es dauerte zwei Wochen, bevor er sich überhaupt herauswagte. Und dann saß er auf seinem Käfig und ging wieder hinein, setzte sich oben drauf. Schließlich fing er an, sich mit ein paar einzelnen Männchen anzufreunden.

Die Leitung des Oasis macht den Einsatz einiger Mitarbeiter und einer Unmenge Ehrenamtlicher erforderlich. Frau Erden ist den wunder- baren Leuten dankbar die freundlicherweise ihre Zeit und ihre Talent einbringen, um sich um die Vögel im Schutzzentrum zu kümmern.

Ich möchte meinen Mitarbeitern hier danken. Ich meine, die Leute, die hier arbeiten, sind außergewöhnlich. Man muss schon ein ganz bestimmter Typ Mensch sein, um das jeden Tag zu machen. Und ohne die Leute, die hier weitermachen, würde es zugrunde gehen. Diese Art Einrichtung ist notwendig und ohne die Leute, mein Vorstand und die Mitarbeiter, würde nichts geschehen. Wenn Sie in die Vereinigten Staaten kommen und Vögel lieben, setzen Sie sich in Verbindung mit Julie (Dyson) oder Janet (Trumbule) hier, bleiben Sie ein paar Tage, arbeiten Sie mit allen zusammen und erfahren Sie etwas über die Vögel hier. Wir haben ein Programm für ehrenamtliche Mitarbeiter. Wir hätten es gerne, wenn Leute von überallher zu uns kommen. Es wird der härteste Job sein, den Sie je geliebt haben. Und wir würden das gerne sehen. Und vielleicht lernen Sie etwas und nehmen es dorthin mit, wo sie herkommen. und tun etwas für die Vögel dort.

Dafür, dass sie sich so wunderbar und rückhaltlos um ungeschützte exotische Vögel kümmern, zeichnet die Höchste Meisterin Ching Hai The Oasis Sanctuary und Sybil Erden mit dem Shining World Compassion Award aus und spendet voller Dankbarkeit und mit ihrer ganzen Liebe 10.000 USD für die edle Arbeit. 

Bravo, Sybil Erden, für Íhre engagierte, inspirierende Arbeit, mit der Sie unseren Gefährten, den Vögeln, helfen und dafür, dass Sie Ihr wunderschönes Schutz zentrum unseren Zuschauern in aller Welt zeigen. Es ist für die Vögel wahrlich ein Segen, in Ihrer Obhut zu sein.

Weitere Informationen über The Oasis Sanctuary finden Sie auf www.The-Oasis.org

Loyale Zuschauer, danke, dass Sie heute unsere Sendung gesehen haben. Bitte schalten Sie morgen wieder ein zu Die Welt der Tiere: unsere Mitbewohner und sehen Sie die letzte Folge aus unserer Reihe. Wir begegnen dann einigen der entzückenden Vögeln im The Oasis Sanctuary.

Möge Gott uns immer unter seine schützenden Fittiche nehmen.

TEIL 2

Hallo, einfühlsame Zuschauer, und willkommen zu Die Welt der Tiere: unsere Mitbewohner.

In der heutigen Sendung zeigen wir den letzten Teil unserer zweiteiligen Reihe über The Oasis Sanctuary in Benson, Arizona, USA, ein gemeinnütziges Tierschutzzentrum, das 1997 von Sybil Erden gegründet wurde und mehr als 700 geretteten exotischen Vögeln, u. a. Papageien, Kakadus, Aras und anderen Vogelarten und auch Hunden, Truthähnen, Hühnern, Enten und Schwänen ein dauerhaftes stabiles und liebevolles Zuhause bietet. Viele dieser schönen Vögel haben besondere Bedürfnisse, da sie behindert sind oder früher misshandelt oder vernachlässigt wurden. Lernen wir nun die Geschäftsführerin Janet Trumbule kennen die uns herumführt und uns einige ihrer faszinier- enden Bewohner vorstellt.

Vor vielen Jahren nahm ich einen Wellensittich auf und dieser kleine Vogel erstaunte mich. Ich wusste nichts über Vögel und seine Intelligenz erregte mein Interesse. Daher fing ich an, immer mehr über Vögel zu lernen, dann kauft ich einen kleinen Nymphensittich und fing an mich um größere Arten zu kümmern. Und ich begann, weil ich mich für Vögel interessierte, Mitte der 1990er Jahre Oasis zu unterstützen. Ich hatte das Gefühl, dass sie gute Arbeit leisten und Vögeln halfen, die Hilfe brauchten. Schließlich kam ich her und schaute mir die Einrichtung an. Und jetzt bin ich hier, viereinhalb Jahre später, und arbeite hier mit den Vögeln.

Der erste Halt auf unserer Tour ist der Bereich, wo die Nahrung für die Bewohner des Zentrums zubereitet wird. Dieser Bereich ist der Sammelbereich. Wir haben heute 700 Vögel hier bei The Oasis und das heißt, dass wir viele Futter- und Wassernäpfe haben, die gereinigt werden müssen. Und wir spülen sie täglich. Sie können hier auf dem Tresen die Riesenmenge Näpfe sehen. Jeder einzelne Futter- und Wassernapf wird in den Sammelbereich gebracht, um täglich gereinigt zu werden. Das ist also Handarbeit, wo sie in Seifenwasser gewaschen werden. Und dann gibt es hier eine Desinfektionsspülung. Wir desinfizieren mit einem Bleichmittel, dann spülen wir noch einmal nach und füllen es neues Futter hinein, das dann zu den Vögeln kommt. Insgesamt haben wir etwa 500 Futter- und Wassernäpfe, die wir jeden Tag reinigen. Fünf oder sechs Leute brauchen jeden Morgen etwa viereinhalb Stunden. Es hat bei uns oberste Priorität, den Vögeln jeden Tag, ihr frisches Futter und Wasser zu geben. Wir füttern eine Samen- und Trockenfuttermischung. Hier in diesen Behältern hinter Ihnen ist eine Auswahl von Futter, das die Vögel jeden Tag bekommen. Sie bekommen frisches Obst und Gemüse. Wir bereiten einen frischen Gemüse- und Obstsalat für sie zu und und wir kochen Nudeln und geben sie hier hinein. Und heute ist zufällig ein Leckerli-Tag, daher bekommen sie kein Obst, sondern Nüsse und Hirse und vielleicht einen Keks und etwas Getreide, solche Sachen. Einfach damit ihre Ernährung etwas abwechslungsreicher ist. Das ist also der frische Salat, den wir ihnen an 5 Tagen die Woche geben.

Die Aufgabe des Oasis-Schutzzentrums ist die Rettung exotischer Vögel, die sonst nicht adoptiert würden, von denen einige schon ziemlich alt und andere dauerhaft behindert sind. Andere wiederum haben Verhaltensprobleme und reißen sich z. B. ihre Federn aus, weil sie jahrelang vernachlässigt oder misshandelt wurden. Charlene und BJ sind zwei solche Vögel.

Das ist Charlene. Charlene ist ein Afrikanischer Kongo-Graupapagei. Sie lässt es zu, dass ihre Federn bis zu einer gewissen Länge nachwachsen und dann rupft sie sie heraus. Sie sieht ziemlich zerrupft aus im Moment. Aber sie ist sehr glücklich.

Hallo B-man, hallo B-man. Das ist BJ. BJ ist ein Molukkenkakadu. Sie sehen, dass er einen Mantel und einen Pulli trägt, weil er sich schwer verstümmelt. Er hatte einen sehr schlechten Start ins Leben. Er wurde als geliebtes Haustier gekauft und anfangs wurde er, so viel wir wissen, auch geliebt. Er wurde gut behandelt. Aber an einem gewissen Punkt entschied sich die Familie, dass sie BJ nicht mehr wollte. Er wurde in einen sehr kleinen Käfig gesteckt– einen Käfig für einen Vogel von der Größe eines Sittichs. Ein Sittich ist 7,5 cm lang. Er hatte kein Spielzeug. Er bekam nur ein schreckliches Samenfutter und hatte eine sehr schmale Sitzstange. Als er hier ankam, musste er tatsächlich aus dem Käfig herausgeschnitten werden, so klein war der Käfig. Er passte nicht durch die Tür. Während er also 14 Jahre in diesem Käfig verbrachte, - ohne irgendeine Interaktion und ohne Spielzeug - entschloss er sich, an seinen Federn herumzunagen, und fing an sich zu verstümmeln. Als er zu uns kam, hatte er ein riesiges Loch in seiner Brust, wo man tatsächlich den Muskel sah, Er war in ziemlich schlechtem Zustand. Er bekam also ein paar Hauttransplantationen und viele Behandlungen. Und heute ist er viel glücklicher- Er hat nicht mehr so viel Angst vor Menschen, wie damals als er zu uns kam, aber wir müssen ihm einen Kragen umbinden und ihn eingewickelt lassen, damit er nicht an seine Haut kommt, weil er sich immer weiter verletzt. Er ist ein ziemlich guter Junge.

Exotische Vögel haben eine lange Lebenserwartung; einige werden so alt wie Menschen.

Timmy wurde gefunden, als er am Strand spazieren ging. Ich glaube es war in South Carolina (USA). Und ein Paar rettete ihn. Es wusste nicht viel über Vögel, aber es hatte Freunde, die sich damals um Charlene kümmerten. Daher riefen sie die Freunde an und sagten: „Wir haben einen kleinen Papagei, könnt ihr helfen?” Und sie nahmen ihn auf. Und Timmy und Charlene wurden Freunde. Schließlich kamen sie hierher, weil sich das Paar nicht mehr um sie kümmern konnte. Aber ein Afrikanischer Kongo-Graupapagei kann 50 bis 60 Jahre alt werden und gesund bleiben. Je größer der Vogel, desto größer seine Lebenserwartung. Ein Ara könnte leicht 60 oder 70 werden, bei den großen Kakadus sind 80 Jahre nicht unüblich.

Phillipe sieht man jetzt langsam sein Alter an, er hat jetzt ein paar Gesundheitsprobleme. Er hat eine Nierenerkrankung und Grauen Star. Er bekommt für seine Nieren- und Arthritisprobleme täglich Medikamente. Dieser Papagei hier ist Brutus. Sie ist ein Hellroter Ara und in den Vierzigern. Ihr Sohn ist Doc. Er ist dort hinten und ist ein Hybriden-Ara. Er ist ein Mischling – Hell- roter Ara und Gelbbrust-Ara. Er hat ein paar Handicaps. Man sieht, dass seine Füße sehr deformiert sind. Und er hat eine ziemlich schlimme Skoliose in der oberen Wirbelsäule. Er ist daher in seiner Beweg- ung etwas eingeschränkt, aber nicht sehr. Ich meine, er verhält sich wie jeder andere Vogel. Er kann klettern. Sie gehen auf den Boden und laufen herum. Und sie sind sehr aktiv. Und er ist sehr aktiv. Und sie beschützt ihn natürlich sehr.

Sie sagten, dass Sie ihnen die Flügel nicht beschneiden. Sieht man sie denn hier viel herumfliegen?

Ja, es gibt Vögel, die einfach hier herumfliegen. Manche der Vögel haben nie fliegen gelernt. Wir haben diese Tiere domestiziert und es war so, dass die Menschen sie schon sehr jung ihren Eltern wegnahmen, sie in einen kleinen Karton setzten, sie von Hand fütterten und dann verkauften. Und diese Vögel werden niemals flügge. Sie lernen nie von ihren Eltern fliegen. Wenn wir sie also 15 oder 20 Jahre später bekommen, könnten sie zwar flugfähig sein, sie könnten ihre Flugfedern besitzen, aber da sie nie zu fliegen gelernt haben, versuchen sie es nicht einmal. Und wenn wir ihnen Gelegenheit dazu geben, versagen sie häufig, weil sie nicht kräftig genug sind. Sie haben keine Kontrolle.

Sie können also sehen, dass Brutus Flugfedern hat, aber er fliegt nie. Und Aras sind bekannt dafür, dass sie spazieren gehen. Sie kommen gerne herunter und laufen. Sie fliegen nicht viel. Wir haben da draußen viele Vögel, die wunderbare fliegen. Aber viele von ihnen klettern 30 m hoch um ans andere Ende zu gelangen, statt dort hinzu- fliegen, weil sie das einfach gerne tun.

Vögel sind oft unsere Lehrer und helfen uns, wichtige Lektionen zu lernen. Frau Trumbule spricht nun über manche Dinge, die die Vögel in The Oasis ihr beigebracht haben.

Meine Güte, Geduld und noch mal Geduld und Hingabe. Bei ihrer langen Lebenserwartung und ihren Bedürfnissen, muss man sich sehr engagieren für diese Tiere, um ihnen ein wunderbares Leben zu geben. Ich habe zuhause jüngere Vögel. Ich denke, mein ältester ist jetzt 28. Er ist ein Afrikanischer Graupapagei und ich werde diese Vögel wahrscheinlich den Rest meines Lebens haben. Und ich muss sicherstellen, dass sie versorgt werden, wenn ich weg bin. Manche von ihnen werden mich wahrscheinlich über- leben. Daher denke ich, einfach zu lernen sein Leben zu leben und engagiert zu sein, ist schwierig. Damit das funktioniert, muss man wirklich lernen, wie man sein Leben den Vögeln anpasst. Und das ist schwer. Und darum haben wir so viele Vögel hier, weil die Leute versuchen, dass es funktioniert und dann verändert sich etwas und es ist ihnen einfach nicht mehr möglich, ihre Haustiere zu behalten.

Ich habe auch viel über Ernährung gelernt. Ich war keine große Esserin, bis ich meine Vögel bekam. Und weil ich meinen Vögel so gesunde Nahrung gebe, tendiere ich dazu, selbst ein wenig besser zu essen. Und das ist gut. Ich hacke Obst und Gemüse für sie jeden Morgen und nehme mir davon ein bisschen. Ich mache viel mehr Salate als ich wahrscheinlich sonst machen würde. Aber was die Ernährung angeht sind ihre Bedürfnisse sehr einzigartig und daher musste ich für sie lernen. Das hat mir auch persönlich geholfen.

Das Oasis-Schutzzentrum wird häufig gebeten, noch mehr Vögel aufzunehmen, aber derzeit muss es alle Bitten ablehnen, denn ihre Kapazitäten sind erschöpft. Es wird jedoch geplant, die Einrichtung zu verbessern und zu erweitern.

Wir haben gerade ein neues Vogelhaus in Planung, das eine hochmoderne Küche haben wird. Das war mal eine Veranda und man kann sehen, dass all diese Schränke und Spülen aus zweiter Hand sind und wir sie uns besorgt haben. Wir brauchen also unbedingt eine bessere Ausrüstung. Wir hätten sehr gerne einen kommerziellen Geschirrspüler, damit es etwas schneller geht.

Möge der Himmel Sie, die Präsidentin und Gründerin Sybil Erden, die Geschäftsführerin Janet Trumbule und alle anderen wunderbaren Mitarbeiter des Oasis- Schutzzentrums, für Ihre engagierte Arbeit segnen, mit der Sie den exotischen Vögeln in Not ein dauerhaftes, liebevolles Zuhause bieten. Ihr Engagement ist wahrhaft vorbildlich. Mögen alle Vögel, die dort wohnen, weiterhin ihre Sicherheit und Komfort im Schutzzentrum finden.

Weitere Informationen über The Oasis Sanctuary finden Sie auf www.The-Oasis.org

Umsichtige Zuschauer, danke fürs Zuschauen heute bei Die Welt der Tiere: unsere Mitbewohner. Mögen alle Wesen auf Erden ein langes Leben in Würde und Freiheit genießen.

Dafür, dass sie sich so wunderbar und rückhaltlos um ungeschützte exotische Vögel kümmern, zeichnet die Höchste Meisterin Ching Hai The Oasis Sanctuary und Sybil Erden mit dem Shining World Compassion Award aus und spendet voller Dankbarkeit und mit ihrer ganzen Liebe 10.000 USD für die edle Arbeit.